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Seit vier Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte

Der Schüleraustausch zwischen Metzingen und Noyon legte auch den Grund für die Städtepartnerschaft


Der Weg war mitunter steinig. Doch weil diesseits und jenseits des Rheins Menschen um Vertrauen warben, konnte das Unterfangen gelingen. Seit 40 Jahren besteht der deutsch-französische Schüleraustausch.

Metzingen. Was heute selbstverständlich ist, war es vor vier Jahrzehnten keineswegs. Im Schuljahr 1971/72 gelang nach unermüdlichem persönlichem Engagement der erste Schüleraustausch mit Noyon, 1979 entstand daraus sogar
eine Städtepartnerschaft. Artur Münster, ein Mann der ersten Stunde, erinnerte sich beim Jubiläumsabend am Freitag in der Aula des Bonhoeffer-Gymnasiums, wie viele Skeptiker auf Seiten des französischen Nachbarn den zu engen Beziehungen nach Deutschland zunächst abwartend gegenüber standen. „Man darf nicht vergessen, dass Noyon in beiden Weltkriegen Frontstadt war.“

Vor genau 40 Jahren begann der bis heute fruchtbare Schüleraustausch zwischen Metzingen und Noyon. Zunächst zum Lycée Calvin, später und bis heute zu den beiden Bildungseinrichtungen Collège Pasteur und Collège Paul Eluard. Realschule und Gymnasium in Metzingen haben sich die beiden Partnerschulen inzwischen aufgeteilt. 20 Schüler aus Frankreich sind derzeit zu Gast in Schwaben und bleiben noch die ganze Woche.

Auch wenn das Interesse am Schüleraustausch von deutscher Seite immer noch immens sei, wie Martin Hillmann, Pädagoge am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sagt, so sind doch in den vergangenen Jahren die Teilnehmerzahlen kontinuierlich gesunken. Dies hat vor allem auch damit zu tun, dass die Schulen, die früher nur Kontakte zu Frankreich, England beziehungsweise Deutschland pflegten, ihre Fühler auch nach anderen europäischen Ländern ausgestreckt haben. Zudem hat nun auch der Abzug des Tschad-Regiments aus Noyon den Schüleraustausch tangiert. Denn viele französische Schüler aus den Offiziersfamilien haben Deutsch gelernt und waren am Austausch interessiert. Durch den Wegzug der Familien sind diese Interessenten nun weggefallen. „Das Interesse ist auf deutscher Seite wesentlich größer“, sagt Hillmann. Und weil manchmal nicht genügend französische Gastfamilien gefunden werden, muss das Los entscheiden. Zwischen 40 und 60 deutsche und französische Schüler sind pro Schuljahr am Austausch beteiligt.

Ein Austausch, bei dem es um weit mehr geht als nur darum, ins Nachbarland zu reisen. Es war und ist ein Stück Friedensarbeit von der Pike auf. Der Elysee-Vertrag war zwar bereits 1963 geschlossen worden und hatte die Grundlagen für ein gutes und friedliches Miteinander zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Doch es brauchte noch Menschen, die die Initiative ergreifen. Solche Menschen waren Johannes Fischer, der den Austausch ins Leben rief sowie Artur und Ilse Münster, beide ehemalige Pädagogen am Gymnasium, die ihn mehr als 20 Jahre lang fortführten. Am Freitagabend gab es in der Aula des Gymnasiums reichlich Gelegenheit, mit Bildern, Beiträgen und Erzählungen auf vier Jahrzehnte zurück zu blicken. „Eine 40 Jahre währende Erfolgsgeschichte unserer Schulen“, betonte Arthur Münster beim Festabend. „Dieses Unternehmen soll auch weiterhin blühen und gedeihen.“ Ein Unternehmen, das abseits der großen Politik zu einem wichtigen Standbein für die Völkerverständigung geworden ist.

Mit freundlicher Genehmigung der Südwestpresse, Metzinger-Uracher-Volksblatt, Autorin: Carola Eissler

http://www.swp.de/metzingen/lokales/metzingen/Seit-vier-Jahrzehnten-eine-Erfolgsgeschichte;art5660,1163828

Erstellt von: admin
Zuletzt verändert: 2011-11-10 17:06 PM
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