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Südtirol 2011

Tagesprotokolle


  • 1. Tag: 15.9.2011: Metzingen - Drei-Zinnen-Hütte

    Zum 51. Mal fuhr die Oberstufe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Metzingen zur Studienfahrt nach Südtirol. Um 05:30 Uhr trudelten nach und nach 73 verschlafene Schüler und sechs Lehrer am DBG ein. Glücklicherweise waren die Gepäckstücke bereits am vorigen Abend in die Busse verladen worden. So konnten wir mit Sack und Pack überpünktlich um 05:55 Uhr mit unseren beiden Bussen Metzingen verlassen. Der versäumte Schlaf wurde ausgiebig nachgeholt und erst nach dem Grenzübergang von Deutschland nach Österreich um ca. 08:20 Uhr wurden allmählich auch die Langschläfer unter uns wach. Schließlich wurden gierig die üppigen Lunchpakete ausgepackt.
    Nachdem wir die kurvenreiche Fahrt über den Fernpass problemlos überstanden hatten, kamen wir im Inntal an, wo wir eine dreiviertel Stunde lang Zeit hatten um die frische Autobahnluft zu genießen. Auch die zweite Hürde hatten wir bald überwunden, den berühmten Brennerpass, den wir ehrlich gesagt nicht einmal richtig registriert hatten, so geschmeidig fuhren Frank Bader und Rainer Maier mit den vollbepackten Bussen die Berge hoch. Um ca. 13:30 Uhr stapften schließlich 2*73 plus 6*2 Lehrerstiefel der Sepp-Innerkofler-Hütte, besser bekannt unter dem Namen Drei-Zinnen-Hütte, entgegen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Dreizinnenhütte)

    Zweieinhalb Stunden und 900 Höhenmeter später erreichten wir diese und es bot sich uns ein wunderschöner Blick auf die Drei Zinnen. Bei all dem begrüßten uns die Berge mit Sonnenschein und blauem Himmel. Wir hatten genügend Zeit, um uns an die alpine Höhenluft zu gewöhnen, denn auf der Hütte waren genügend Schlafplätze für die gesamte Mannschaft reserviert. Diese mussten jedoch erst einmal verteilt werden. Kaum zu glauben war, dass es nun doch einige gab, denen es an den mathematischen Grundkenntnissen fehlte, weswegen sich die Zimmerverteilung schwierig gestaltete. Während die Jungs mit den kleinen Nebenhütten vorlieb nehmen mussten, bezogen wir Mädchen unsere kasernenähnlichen Schlafräume in der Haupthütte. Liebenswürdigerweise lieh uns Herr Grabenstein noch sein GPS-Gerät und auf Anhieb fanden wir einen Geocache, nur 90 Meter von der Hütte entfernt. Endlich fanden wir uns um 18:30 Uhr mit leeren Mägen im Speisesaal ein und konnten unter verschiedenen Speisen auswählen. Unter den großen Portionen des Dreigänge-Menüs war für jeden etwas dabei. Den Abend konnten wir - ohne Referate - gemütlich ausklingen lassen. Dabei sorgte eine Granate aus dem ersten Weltkrieg für Aufruhr, die ein Bagger kurz zuvor bei Umbauarbeiten ausgegraben hatte. Während die Jungs stolz mit der Granate posierten, wagten es die Mädchen kaum, sie auch nur zu berühren.

    Nach großem Gedränge im Bad und Katzenwäsche spielten die einen Karten, die anderen unterhielten sich noch. Um Punkt 22:00 Uhr - und keine Sekunde später - wurden wir in unsere Betten mit den durchgelegenen Matratzen geschickt. Bei 16 Mädels in einem Raum war an Ruhe natürlich nicht sofort zu denken. Als sich alle schließlich beruhigt hatten, fielen wir dennoch in einen mehr oder weniger tiefen Schlaf.

    Dorothea B., Anna F., Corinn H., Cornelia P., Kirsten R., Laura S., Lisa S.
  • 2. Tag: 16.9.2011:  Drei-Zinnen-Hütte - Monte-Piana - Leitgamhof (Kiens)

    Am zweiten Tag unseres Südtirol Aufenthalts standen wir um 07:00 Uhr nach einer kalten Nacht auf der Drei-Zinnen-Hütte auf. Um 07:30 Uhr gab es ein deftiges Frühstück mit Wurst und Käse für alle und das Geburtstagskind Sarah S. , für die wir alle ein Geburstagsständchen sangen. Eine halbe Stunde später begann der Abstieg mit einem Gruppenbild auf dem Hubschrauberlandeplatz der Hütte. Danach wanderten wir von der Drei-Zinnen Hütte in Richtung der Auronzo-Hütte, wobei wir am Fuß der Drei Zinnen nochmals eine Pause einlegten und ein weiteres Ständchen in der Atmosphäre des wundervollen Ausblicks sangen. Nach dem Abstieg erwartete uns der Bus auf dem Parkplatz der Auronzo Hütte. Leider handelte es sich wirklich nur um einen Bus ... für ca. 80 Personen. Zum Glück ließ uns der Busfahrer die eigentlich kurze Kuscheleinheit im Bus lange genießen. Auf dem steilen und schmalen Weg zum Hochplateau des Monte Piano bzw. Monte Piana verloren wir nicht nur viel Schweiß, sondern auch eine Brille und mussten eine Person bei den Busfahrern zurück lassen. Wegen eines herben Kraftverlustes mussten wir kurz vor dem Ziel noch eine Pause einlegen. Um ca. 13:00 Uhr erreichten wir das mit Schützengräben durchzogene Hochplateau mit einem 360°- Panorama. Dort machten wir dann eine längere Pause, in der Herr Grabenstein die Initiative ergriff und uns einen Vortrag über den Stellungs- bzw. Gebirgskrieg im ersten Weltkrieg zwischen den Italienern (Monte Piana) und den Österreichern (Monte Piano) hielt. (http://de.wikipedia.org/wiki/Gebirgskrieg_1915-1918)

    Weitere Referate von Herrn Wägele und Frau Hail folgten. Um Punkt 14:00 Uhr begann der Abstieg, der im Gefälle ebenso steil war wie der Aufstieg. Nach endlos erscheinenden zwei Stunden des Zick-Zack-Laufens erreichten wir dann den Treffpunkt unserer beiden Busse. Jedoch musste Johannes M. zusammen mit Herrn Müller-Ruopp einen anderen Abstieg wählen, um die am Ausgangspunkt verloren gegangene Brille zu suchen.

    Um ca. 16:00 Uhr konnten wir nach einigem Hin und Her und mit gefundener Brille endlich die Reise zu dem 3-Sterne-Hotel Leitgamhof in dem beschaulichen Örtchen Kiens antreten. Dort warteten endlich die lang ersehnten Duschen und warme bzw. bequeme Betten auf uns. Auch ein Überraschungsbesuch der letztjährigen Südtirol-Besucher überraschte uns ... NICHT! Bis 21:45 Uhr war die Unterhaltung durch die Referate unserer Lehrer gesichert. Danach hatten wir noch Zeit für unser lang ersehntes Feierabendbier.

    Simon H., Mike B., Julia W., Tim R., Natalie W., Michael W., Vincent B.
  • 3. Tag: 17.9.2011: Lagazuoi

    Um 06:00 Uhr klingelt das Telefon: Weckruf. Frühstück gab es dann um 06:30 Uhr und dann um 07:15 Uhr fuhr der Bus eine Stunde zur Capanna Alpina hinter St. Kassian. Von dort aus ging es zuerst angenehm eben los durch ein kleines Waldstück bis ein steiler Anstieg uns nach ca. einer Stunde an die Scotonihütte führte. Diese Hütte liegt auf 2040m Höhe. In perfekter Bergidylle bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein haben wir unsere erste Stärkung zu uns genommen, gemeinsam mit Esel, Ziegen, Schafen und einem Huhn. Nach ein paar Minuten relaxen war die erste Anstrengung schon wieder fast vergessen und wir konnten den tollen Ausblick genießen.

    Als alle Fotos gemacht waren und alle wieder fit für den nächsten Aufstieg waren, ging es weiter. Begleitet von Schafen kämpften wir uns weiter den Berg hinauf, das Ziel schon vor Augen. Einige sprinteten vorne weg und wurden nach einer verordneten zwanzig-minütigen Pause wieder eingeholt. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und die ersten einzelnen Regentropfen tropften auf uns herab. Vor dem letzten steilen Anstieg machten wir nochmal für eine letzte Stärkung Halt, dabei holten uns dann die ersten G9er, die am Wochenende zu Besuch waren, ein.

    Um halb eins haben wir unser nächstes Ziel erreicht - die Hütte auf dem Lagazuoi, 2752m über dem Meeresspiegel. Erschöpft, aber glücklich, packten wir unser Vesper aus und genossen unsere wohlverdiente Mittagspause. Nach und nach zog dichter Nebel auf und damit fiel der Aufstieg zum Gipfelkreuz leider ins Wasser bzw. in diesem Fall in den Nebel. Es wurde kalt und kälter und unsere Kleidungsschichten dick und dicker.
    Um halb zwei ging es mit Taschenlampe bewaffnet in Richtung Stollen. Die, die besonders professionell ausgestattet waren oder sich zumindest so fühlen wollten, bevorzugten eine Stirnlampe, auch genannt "Hirnbirn". Der Weg zum Stollen war als große und schwierige Gratwanderung angekündigt worden, stellte sich dann jedoch als machbar und angenehm abenteuerlich heraus.

    In kleinere Gruppen organisiert stiegen wir die ersten Stufen im Stollen hinab. Dunkelheit, ungleich hohe rutschige Treppenstufen erwarteten uns, die wir aber dank der stetigen Begleitung eines zuverlässigen Stahlseils gut meisterten. Gleich an der ersten Abzweigung entschied sich Herr Wägele aufgrund seiner 24-jährigen Erfahrung rechts abzubiegen. Leider war dies nicht der richtige Weg zu unserem Ziel. Nach einem kleinen Umweg fanden wir jedoch schließlich den Ausgang des Stollens.

    Eine kurze Pause samt Aussicht, Fotos und diversen Klogängen und weiter ging's. Bei wieder schönem Wetter, strahlendem Sonnenschein und einem fast wolkenfreien Himmel wanderten und "kletterten" wir an der Felswand entlang, ganz nach Frau Benz Motto: "Nah am Fels halten! Bergseite!". Des Öfteren erinnerte sie uns auch daran und wir folgten brav im Gänsemarsch. Den Bus schon im Blick vergingen die Stunde auf dem Serpentinenweg zum Falzaregopass schneller als gedacht. (http://de.wikipedia.org/wiki/Passo_di_Falzarego)

    Im Bus waren wir uns einig: So muss ein Tag in den Bergen aussehen! Am Abend unterhielt uns Herr Wägele mit der Geschichte Südtirols und einem kleinen Crashkurs Italienisch. Die Diskussion über den Unterschied zwischen Pfirsichen und Fischen dauerte bis zum nächsten Tag an.

    Larissa F., Raphaela W., Carla S., Leonie E., Janina S., Anna K.
  • 4. Tag: 18.9.2011: Ruhetag im Leitgamhof

    Unser Sonntagmorgen begann um 07:00 Uhr mit einem schrillen, nervigen, lauten Telefonklingeln. Beim Frühstück (Brötchen, Butter, Marmelade - sehr abwechslungsreich (Stilmittel: Ironie)) wurde uns mitgeteilt, dass aufgrund der schlechten Laune von Petrus das geplante Programm nicht stattfinden könne. Stattdessen hielten die Lehrer vormittags Referate, die eigentlich für die Abende vorgesehen waren.

    Herr Wägele begann mit einem Referat über die Geschichte Südtirols. Als erstes hörten wir etwas über die spätere Geschichte vom 1. Weltkrieg bis heute: Dabei erfuhren wir, dass Italien sich aus dem Dreibund mit Österreich-Ungarn und Deutschland löste, indem es Österreich-Ungarn den Krieg erklärte. Als Ergebnis des Krieges erhielt Italien Trentino und das heutige Südtirol. Somit wurde Tirol auseinandergerissen. Als Mussolini an der Macht war, "entnationalisierte" er die Südtiroler, was bedeutet, dass alles Deutsche verboten wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Südtirol für autonom erklärt und erhielt Sonderrechte innerhalb Italiens. Im Laufe der Jahre wurden diese Sonderrechte noch erweitert.

    Danach erfuhren wir etwas über die frühe Geschichte Südtirols von der Eiszeit über die Romanisierung, Ötzi, das Habsburger Reich, Andreas Hofer bis zum Dreibund.

    Anschließend erklärte uns Frau Hail unter anderem anhand eines Filmes die Entstehung der Alpen: die Eurasische und die Afrikanische Platte schoben sich übereinander, sodass ein Faltengebirge (die Alpen) entstand. Außerdem informierte uns Frau Hail über den Gesteinskreislauf und die in Südtirol vorkommenden Gesteinsarten.

    Im Anschluss hielt Frau Sigler ein Referat über die ladinische Sprache, die heute nur noch von 4% der südtiroler Bevölkerung gesprochen wird. Sehr interessant war auch, dass wir uns die Sprache via youtube sogar anhören konnten: http://www.youtube.com/user/ProduktionWest#p/u/4/FR8cjVpGAW0

    Herr Müller-Ruopp entfachte eine Diskussion über die Würde toter Menschen als Überleitung zum Ötzi-Museum. Damit wollte er uns dazu anregen, darüber nachzudenken, ob wir Ötzi anschauen wollen oder nicht.

    Danach leitete uns Herr Grabenstein zu einem Spiel an (Anleitung folgt später).

    Nach der Mittagspause ging es um 14:30 Uhr mit verschiedenen Angeboten wieder los. Diese waren den Kletterfilm "Am Limit" schauen (nicht nur für Klettersportfreunde!), Geocaching (Tupperdosen im Wald suchen), Spiele verschiedenster Art (Spiel und Spaß im Leitgamhof) und von 16:00 -18:00 Uhr auch das Hallenbad.

    Nach dem Abendessen (das eiskalt zum Morden genutzt wurde), hatten wir freie Zeit in der fleißig weitergemordet wurde.

    Anleitung zum Mörderspiel:
    - jede/r zieht einen Zettel mit einem Namen. Diese Person muss "umgebracht" werden.
    - dazu muss man sich allein mit dieser Person in einem geschlossenen Raum (alle Türen müssen verschlossen sein) befinden und ihr diesen Zettel zeigen => tot
    - das Opfer muss alle seine/ihre Zettel an den Mörder weitergeben und der einfache Mörder wird somit zum Serienkiller (wenn er nicht vorher selbst umgebracht wird).

    Leonie S., Sophia R., Marit K., Sarah K., Manuela R., Jenny D., Patrick S., Colin W.
  • 5. Tag: 19.9.2011: Trient - Kalterer See

    Alles Gute kommt von oben...

    Nach dem morgendlichen Ritual Wecken, Frühstück und Abfahrt ging es pünktlich um 08:15 Uhr auf zur Hauptstadt der autonomen Provinz Trentino und der autonomen Region Trentino/Alto Aldige, nach Trient. Vorausgesagt waren eigentlich 16°C und Sonnenschein, jedoch erwarteten uns nur 10°C und strömender Regen. Doch das schreckte uns nicht ab! Wir machten uns samt Regenjacke & Co. auf den Weg zur St. Lorenz Kirche. (http://de.wikipedia.org/wiki/Trient)

    Dort hörten wir uns interessante Referate von Herrn Wägele über das historische Trient, die Heiligsprechung von Patre Pio und die Renaissance an. Anschließend besuchten wir das Monument Dantes auf der Piazza Dante zwischen dem Gebäude des Regionalrates Trentino-Südtirol und dem Bahnhof. Man wollte mit diesem Monument verdeutlichen, dass das Trentino schon lange von italienischer Kultur geprägt war. Dantes Blick ist nach Norden gerichtet, seine erhobene Hand wird als Ablehnung des Nordens (deutsche Kultur) gedeutet.

    Entgegengesetzt schaut Walther von der Vogelweide, dessen Denkmal 1889 inmitten der Stadt Bozen enthüllt wurde, um den "deutschen" Charakter der Stadt aufzuzeigen, nach Süden, Richtung Trentino. Danach hatten wir eine Stunde Zeit, um in der Stadt zu bummeln. Neben unzähligen geschlossenen Läden, wie Prada, D&G und Stefanel trafen wir natürlich auch auf typische italienische Cafés und Bars. Außerdem wurden unsere neu erlernten italienischen Kenntnisse mit Einheimischen auf die Probe gestellt.

    Da der starke Regen nicht nachließ, trafen wir uns schließlich um 12:00 Uhr am Bus und fuhren ca. eine halbe Stunde nach Kastellaz, um die Kirche St. Jakob bei Tramin zu besichtigen. Sehenswert ist diese Kirche auf Grund ihrer künstlerisch wertvollen Fresken, welche uns Herr Wägele im Detail erläuterte. Außerdem erzählte er uns das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, ("denn ihr wisst weder Tag noch Stunde"), ein Gleichnis, welches zum Sondergut des Matthäusevangeliums gehört. Auf dem Rückweg, mit Blick auf einen kleinen Ausschnitt der Südtiroler Weinberge an der Südtiroler Weinstraße, erwartete uns ein Referat über den Wein- und Apfelanbau... Woraufhin wir am liebsten selbst gerne Bauer wären. ;)

    Da wir uns von dem schlechten Wetter nicht unterkriegen ließen und weiterhin Motivation zeigten, wurden wir mit Sonnenschein am Kalterersee belohnt. Nach ausgiebigem Baden im See, einem riesigen Eisbecher und gemütlichem Beisammensein machten wir uns auf den Weg zum Montiggler See, welchen wir leider nie richtig zu sehen bekamen. Dieser führte uns durch das Frühlingstal, wo wir nützliche Informationen über Hopfen und Maroni lauschten. Um 18:00 Uhr erreichten wir den Parcheggio grande, wo bereits die Busse auf uns warteten.

    Nach 1 ½ stündiger Fahrt erreichten wir pünktlich zum Abendessen das Hotel und das Morden ging weiter. ;) Wie üblich trafen wir uns um 20:45 Uhr um erwartungsvoll den morgigen Tag zu besprechen.

  • 6. Tag: 20.9.2011:  Bozen - Rittner Horn

    Der Tag begann schon früh um 06:15 Uhr, als uns das grässliche Geräusch der Telefonanlage aus dem Tiefschlaf riss. Nach einem kurzen Gang durchs Bad trafen wir uns alle im gemeinsamen Frühstücksraum, wo es wie jeden Morgen Brötchen und Marmelade, sowie Kaffee und Milch gab. Um 07:30 Uhr machten wir uns dann alle zusammen auf den Weg zum Bus. Der Tag begann mit der Fahrt nach Bozen, auf der wir dachten, wir würden einen komplett verregneten Tag vor uns haben. Dementsprechend war das Wetter in Bozen, als wir an Walther von der Vogelweide, der als Statue die Versinnbildlichung der deutschen Kultur in Südtirol darstellt, vorbei zum Archäologiemuseum Bozen liefen. Dort war derzeit eine außerordentliche Ausstellung zum Thema 20 Jahre Ötzi, wo wir in Gruppen aufgeteilt eine Führung bekommen haben. Dadurch merkt man, dass im Laufe der Jahre immer mehr über "den Mann im Eis" herausgefunden wurde. Insbesondere die Kleidung und die Werkzeuge, die er mit sich trug. Außerdem konnten wir uns den aus dem Eis gezogenen mumifizierten Körper anschauen, der ziemlich gut erhalten blieb. Wir hatten noch ein wenig freie Zeit, in der wir uns noch Teile des Museums oder die Stadt anschauen konnten, bevor wir vom Regionalrat der Region Südtirol-Trentino in Bozen empfangen wurden. Im Regionalrat erfuhren wir anhand eines kurzen Filmes wichtige und interessante Fakten über Südtirol und die Geschichte der Region.

    Anschließend beantworteten die Regionaltagspräsidentin Frau Rosa Zelger-Thaler, Vizepräsident Herr Dr. Florian Mussner, sowie Hans-Peter Munter, ein Abgeordneter des Präsidiums, unsere Fragen über Politik und Wirtschaft in der autonomen Provinz Südtirol.

    Kurz durften wir noch von der Zuschauertribüne aus die aufgeregte Regionalratssitzung verfolgen. Nach Speis' und Trank im Regionalrat fuhren wir mit dem Bus in Richtung Ritten. Mit der Seilbahn ging es einige Höhenmeter bequem nach oben. Von der Bergstation aus ging es in einer 1,5 h langen Wanderung durch den frisch gefallenen Schnee auf das Rittner Horn. (http://de.wikipedia.org/wiki/Rittner_Horn)

    Nach einer ausreichenden Pause mit traumhaftem Ausblick konnte man sich in zwei Gruppen aufteilen: Die eine Gruppe fuhr auf direktem Weg nach Bozen zum Bummeln. Die andere Gruppe konnte das Panorama rund um das Rittner Horn auf einem etwas längerem Rückweg genießen. Am Abend trafen beide Gruppen wieder zum genüsslichen Abendessen im Leitgamhof ein.

  • 7. Tag: 21.9.2011: Pederü - Seekofel - Pragser Wildsee

    Nachdem uns um 06:30 Uhr der schrille Ton des Haustelefons wie jeden Morgen aus dem Schlaf gerissen hatte, krochen wir aus dem Bett. Beim Frühstück holten mal wieder einige ihr selbst mitgebrachtes Müsli heraus und zwischen den Tischen wurden die Marmeladen ausgetauscht. Pünktlich um 07:45 Uhr fuhren wir nach Pederü zum Fuß des Seekofel. Auf dem Weg dorthin kreuzten einige Kühe unsere Fahrbahn. Neben dem Parkplatz sahen wir viele Zelte der Alpinis, in denen diese höchstpersönlich bei frostigen Temperaturen übernachtet hatten. Aufgrund des liegenden Schnees und einer Temperatur von 4°C auf 1.548m, zogen wir uns so warm wie möglich an und vor uns lag die längste Tour unseres Schullandheimaufenthalts.

    Nach einem steilen Anstieg ging die Betonstraße in einen verschneiten Waldweg über. Trotz ca. 15 cm Schnee konnten wir nun bei sommerlichen Temperaturen auf 2.100m in T-Shirt und kurzer Hose wandern. Wieder einmal querten Kühe unseren Weg, die von einheimischen Viehhirten ins Tal getrieben wurden. Schon bald erreichten wir die Sennes-Hütte, wo wir eine Pause einlegten. Während der Pause konnte man Murmeltiere bestaunen, Apfelstrudel genießen, Geocaches finden oder auch nur in der Sonne liegen. Anschließend gab es ein kleines Referat von Frau Hail über die Lebensbedingungen der Tiere und Pflanzen in Alpenregionen. Frisch gestärkt ging unsere Wanderung weiter zu der Seekofelhütte. Erneut sahen wir mit oder ohne Fernglas kleine, pummelige Murmeltiere.

    Nun konnte man zwischen zwei Optionen wählen - von hier aus direkt ins Tal, oder einen "Umweg" über den Seekofelgipfel nehmen. Ca. 60 Personen entschieden sich für die Gipfeltour und mussten den steilen Anstieg, erschwert durch Schnee und Eis, bezwingen. Oben jedoch wurde man mit einem fantastischem Ausblick auf das Bergpanorama und den Pragser Wildsee belohnt. Der Besuch wurde im Gipfelbuch und in zahlreichen Beweisfotos festgehalten. Beim Abstieg war wieder Vorsicht geboten und es ging mit einer Stunde Verspätung hinab ins Tal. (http://de.wikipedia.org/wiki/Seekofel)

    Die Gruppe, die zuvor abgestiegen war, kam trotz Höhenangstproblemen Einzelner gut im Tal an und ruhte sich am See aus. Zur Entspannung wurden die heißgelaufenen Füße im 12°C kalten Wasser abgekühlt. Nach ca. 1 ½ Stunden folgte die Gruppe der Gipfelstürmer. Dann waren wir wieder komplett und setzten die Wanderung gemeinsam zu einer am See gelegenen Kapelle fort. Herr Wägele berichtete über das Schicksal von 139 prominenten Sippen- und Sonderhäftlingen, die gegen Ende des zweiten Weltkrieges gegen ihren Willen als Pfand des Deutschen Reiches für politische Verhandlungen im Ort Niederdorf im Hochpustertal festgehalten wurden. Nach Befreiung der Geiseln durch die Wehrmacht wurden diese zum Hotel Pragser Wildsee gebracht, wo Anfang Mai die amerikanischen Truppen eintrafen. Dietrich Bonhoeffer sollte dieses Ziel nie erreichen, wurde er doch von der SS nach Flossenbürg verschleppt, zum Tode verurteilt und auf ausdrücklichen Befehl Hitlers durch den Strang hingerichtet. Zum Gedenken sangen wir gemeinsam das Lied von Dietrich Bonhoeffer: "Von Guten Mächten treu und still umgeben". Dabei kam bei manchem Gänsehautfeeling auf.

    Um 18:00 Uhr ging es nach 16,5km zurückgelegten Wanderkilometern in neun Stunden endlich wieder im Bus sitzend in den Leitgamhof zurück. In der über 50-jährigen Geschichte der Südtirolaufenthalte des DBGs war dies auf Grund der Schneelage die längste Seekofelbesteigung.

  • 8. Tag: 22.9.2011: Grödner Tal - Panascharte

    Heute klingelten um 06:15 Uhr die Wecker und wie gewohnt gab es eine halbe Stunde später Frühstück. Um 07:30 Uhr fuhr der Bus pünktlich in Richtung Grödner-Tal ab. Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir schließlich in St. Ulrich an. Es folgte ein kurzer Fußmarsch quer durch den Ort, wonach wir die Standseilbahn Raschötz erreichten. Um 09:15 Uhr drängte sich die gesamte Stufe in den Waggon, der uns in wenigen Minuten von 1300 auf 2123 Höhenmeter beförderte.

    Oben angekommen, begannen wir mit unserer Wanderung auf einem zunächst relativ ebenen Höhenweg. Zwischendurch gab uns Frau Hail einige Informationen zum Thema Gesteine und verschiedene Pflanzen- und Tierarten, wie dem Vogel Tannenhäher und dem besonderen Zapfen der hiesigen Arven.

    Um ca. 10:45 Uhr erreichten wir in einer Höhe von 2045 Höhenmetern die sogenannte, von Kühen umzingelte, Brogleshütte. Nach 45 min Pause mit Essen, Skiwasser und Entspannung pur, wanderten wir in zwei getrennten Gruppen weiter Richtung Bergspitze. Der Weg gestaltete sich schwieriger als gedacht, da aufgrund der Schneefälle der vergangenen Tage die Wanderung erheblich erschwert wurde. Der bislang intensivste aber auch spannendste Aufstieg erforderte den aktiven Einsatz der Trekkingstöcke und das Festhalten an den Stahlseilen. Nach dem Erklimmen der Scharte in einer Höhe von 2454 Höhenmetern, genossen wir die wundervolle Aussicht über die schneebedeckte Bergwelt.

    Als wir nach der kurzen Pause um 13:15 Uhr den Abstieg in Angriff nahmen, kamen wir nach weiteren 45 Minuten am langersehnten Ziel, der Regensburgerhütte, an. Dort erhielten wir unerwartet und auf Grund unseres verhältnismäßig hohen Wandertempos, 60 Minuten Pause. In dieser Zeit genossen wir die Sonne, aßen Eis und Apfelstrudel, suchten Geocaches oder cremten uns gegenseitig mit Sonnenschutzmittel ein. Der verbleibende Teil der Tour gestaltete sich unter fliegenden Schneebällen für die einen mehr, für die anderen weniger amüsant. Der Bus, der eigentlich für 16:00 Uhr bestellt war, verspätete sich aufgrund einer unerwarteten und unplanmäßigen Baustelle um einige Minuten. Dies führte zu einer Verlängerung der Wartezeit unsererseits. Als unser sehnsüchtig erwartetes Transportmittel dann endlich erschien, waren wir alle furchtbar erschöpft. Schlussendlich kamen wir alle, froh nun endlich da zu sein, gegen halb sechs im Leitgamhof an.

    Fabian S., Christian S., Oliver P., Jana H., Janina S., Markus A., Hannah L.
  • 9. Tag: 23.9.2011:

    Wir sind um 06:15 Uhr aufgestanden, um noch in aller Ruhe das restliche Gepäck in den Taschen zu verstauen und anschließend in den Bus einzuladen. Nach dem Frühstück und einer kleinen Fotosession mit der Familie Falkensteiner sind wir gegen 08:15 Uhr zur letzten Bergtour aufgebrochen. Nach eineinhalb Stunden Fahrt mit dem Bus zum Bergwerk Ridnaun am Schneeberg wurden wir in vier Gruppen zu jeweils 15 Personen durch das Museum geführt. Hier wurde uns erklärt, wie man das wertvolle Erz vom tauben Gestein trennt. Dabei werden die Erzbrocken durch große Maschinen in immer kleinere Brocken bis hin zu feinem Pulver zermahlen. Auch eine Mineralien- und Werkzeugausstellung durften wir bestaunen. Besondere Highlights waren das maßstabgetreue Modell einer Frau mit einer Körpergröße von ca. 2,30m, die größte Frau der Welt, und das Modell eines Wassertonnenaufzuges, an dem wir sehen konnten wie Nahrungsmittel, Erz, Werkzeug oder anderes über 1900 Meter Höhenunterschied von St. Martin am Schneeberg über das Kaindljoch hinnunter zur Erzaufbereitungsanlage Maiern und schließlich nach Strerzing transportiert wurden. (http://de.wikipedia.org/wiki/Schneeberg_(S%C3%BCdtirol), http://www.youtube.com/watch?v=uCrpUaly6Cw)

    Im Anschluss an die Besichtigungen wanderten die zwei Gruppen in eineinhalb Stunden, um eine Stunde zeitversetzt, zum Eingang des höher gelegenen Bergwerksstollens. Dort sollten alle mit der Höhlenausrüstung (Ostfriesennerz, Helm, Lampe und Gummistiefel) ausgerüstet werden. Die erste Gruppe musste allerdings gut 45 Minuten auf ihre Ausrüstung warten. Anschließend fuhren wir 20 Minuten mit der Grubenbahn in das Bergwerk hinein, dies allerdings in extrem engen, kleinen Waggons, in denen nicht nur wir, sondern auch das Gepäck für zwei Tage Platz finden musste. Die erste Gruppe erlebte dabei einen kleinen Unfall, die Leitung ist gerissen und ein Knall weckte alle, die in der absoluten Dunkelheit eingenickt sind. Im Bergwerk selbst mussten wir einen relativ langen Weg zurücklegen, unter anderem 60 Höhenmeter über 297 Stufen einen Schrägaufbruch hinauf, was nicht nur wegen schlechter Belüftung und Dunkelheit anstrengend war, gefolgt von einem sechs Meter tiefen Schacht, über eine rutschige Leiter und zuletzt eine halbe Stunde durch einen Stollen mit 4°C kaltem Wasser laufen. Wir verbrachten gut drei Stunden in dem Stollen, konnten dabei aber Verschiedenes bestaunen - das Mineralgestein Karbid, das in Verbindung mit Wasser brennbares Gas erzeugt und Knappen (Bergleuten), denen das Öl in ihrer Lampe ausgegangen war noch lang genug Licht spendete, diverse Schimmelformationen, mittelalterliche und moderne Stollenabsicherungen und Störspalten (Zeugen der Felsbewegung). Der Führer erzählte uns einiges über die Ausbeutung des Stollens. So wurde der von Wasser durchflossene Stollen von 1660 bis 1750 bearbeitet. Die ersten Meter des Karlsstollens  wurden noch ausschließlich von Hand gebrochen, der Fortschritt betrug dabei ca. 2 Zentimeter pro Tag. Während man im Mittelalter dann Schwarzpulver, Hammer und Sägen benutzte, wurden in moderneren Zeiten mit Dynamit und Pressluftgeräten Stollen vorangetrieben und Erz gebrochen. Bald sahen wir das Licht am Ende des Tunnels und traten hinaus in die Sonne. Wir packten die Bergwerksausrüstung in den Materialschuppen, machten kurz Pause und bereiten uns mental auf den letzten Aufstieg des Schullandheims vor. Nach 1,5 Stunden durch wundervolle Landschaft und einem steilen Hang direkt neben einem restaurierten Wassertonnenaufzug erreichten wir die Schneeberghütte. Hier lagen noch immer Schneereste des Wintereinbruchs vom letzten Wochenende. (http://www.youtube.com/watch?feature=player_profilepage&v=C7esEsbx4iA)

    Am Schneeberghaus trafen wir auch wieder auf Herrn Wägele, der mit zwei Schülerinnen mit Platzangst statt durch den Stollen über das 2700 Meter hohe Kaindljoch zur Schneeberghütte gelaufen war. Die erste Gruppe wartete auf die zweite und dann richteten wir uns in den Zimmern ein und aßen zu Abend echte deutsche Nudeln. Ein fröhlicher Gesang- und Spieleabend bildete den Abschluss des Tages, an dem auch die Sternengucker auf ihre Kosten kamen, denn einen so klaren Sternenhimmel sieht man selten.

    Joas B., Moritz F.

  • 10. Tag: 24.9.2011: Schneeberghaus - Moos i. Passeier - Metzingen

    Der Samstag begann wie gewohnt früh um 06:30 Uhr auf der Schneeberghütte. Pünktlich um 07:00 Uhr stand unser Frühstück bereit, welches unerwartet vielfältig für eine Berghütte war. Danach hatten wir bis um 08:00 Uhr Zeit, um uns auf den letzten Abstieg des Südtirol-Schullandheims vorzubereiten. Die erste Gruppe brach pünktlich in die frische Morgenluft auf, nachdem sich jeder in das Hüttenbuch eingetragen hatte. Eine viertel Stunde später startete auch die zweite Gruppe Richtung Magazin. Dort hatte die erste Gruppe bereits einen Großteil der Gummistiefel, der Ostfriesennerze, der Helme und Lampen mitgenommen.

    Auf dem weiteren Abstieg Richtung Schneebergbrücke überraschten uns Kühe auf dem schmalen Wanderpfad. An der Schneebergbrücke angekommen, wurden wir von mehreren Kleinbussen abgeholt und mitsamt unseren Rucksäcken über die abenteuerliche Timmelsjoch-Passstraße zum Sägewerk in Moos gebracht, wo auch wenige Minuten später unsere zuverlässigen Busse eintrafen. Nach Eintreffen der zweiten Gruppe und anschließendem Beladen der Busse konnten wir schließlich die Heimreise über den Jaufenpass antreten. Nach gekonnter Überquerung dieser Hürde -  an dieser Stelle herzlichen Dank an unserer tollen Busfahrer Rainer und Frank- machten wir den letzten Stop in Italien und luden nahe Sterzing die Bergwerksausrüstung ab.

    Anschließend ging es mit einem Zwischenstopp an der Raststätte in Nassereith wieder nach Hause. Die lange Busfahrt verbrachten wir teils unsere letzten Essensvorräte mampfend oder einfach nur schlafend. Glücklicherweise ohne Staus erreichten wir Metzingen bereits am frühen Abend, wo sich alle auf eine Dusche und ihr eigenes Bett freuten.

    Vielen Dank an unserer Busfahrer und insbesondere an Herrn Wägele, Frau Hail, Frau Sigler, Frau Benz, Herrn Müller-Ruopp und Herrn Grabenstein für die unvergessliche Zeit in Südtirol!

    Sebastien S., Marlene W., Ilja S.



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Erstellt von: admin
Zuletzt verändert: 2011-10-04 17:10 PM
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19:00-21:30 Sommerkonzert
 
 

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